Braucht die Ziviljustiz in Bausachen einen Beipackzettel?

Dieser Frage ist die DGA-Bau e. V. gemeinsam mit dem Fachgebiet Bauwirtschaft und Baubetrieb der Technischen Universität Berlin nachgegangen. Untersucht wurde, welche Nebenwirkungen Gerichtsverfahren in Bau- und Architektensachen für die Beteiligten mit sich bringen.

Mit einer empirischen Stichprobe wurde zunächst geprüft, ob die bisherigen Erkenntnisse der rechtstatsächlichen Forschung grundsätzlich auf den Bauprozess übertragbar sind. Es sollte aufgezeigt werden, ob und welche Probleme in baubezogenen zivilgerichtlichen Verfahren auftreten.

In Interviews mit konfliktbetroffenen Parteien – Vertreter der Bauherrenseite, der Auftragnehmerseite sowie indirekt Beteiligte – wurde nach Antworten auf zentrale Fragen gesucht:

Wie sind Bauzivilprozesse vor Gericht strukturiert?

Welche Verfahrenskonstellationen treten auf?

Und welche Besonderheiten kennzeichnen diese Verfahren?

Es wurde untersucht, wie die Prozessbeteiligten ihre Erfahrungen vor Gericht bewerten und welche Folgen dazu führen, dass außergerichtliche Formen der Streitbeilegung bevorzugt werden. Bekannt ist, dass Gerichtsverfahren häufig von unbestimmter Dauer sind, hohe Kosten verursachen und ihr Ausgang schwer vorhersehbar ist.

Neue Erkenntnisse, die bisher noch nicht thematisiert wurden: emotionale Beanspruchungen der Beteiligten, Kommunikations- und Übersetzungsprobleme sowie innere Abkehr vom Verfahren. Hinzu kommen negative Öffentlichkeitswirkungen und damit verbundene Reputationsverluste. Schwierig sind zudem die zutreffende Erfassung des Streitstoffs als auch die zivil- und prozessrechtlichen Darlegungs- und Beweisanforderungen – sie können von den Beteiligten oft kaum erfüllt werden.

Überraschend deutlich treten die Unterschiede in der Bewertung zwischen direkt und indirekt Betroffenen hervor. Insgesamt zeigt sich, dass sowohl gerichtliche als auch außergerichtliche Verfahren Konflikte tendenziell verstärken – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.

Die Lösung? Gerichtliche und außergerichtliche Verfahren optimieren, sodass Streitigkeiten geklärt und abgeschlossen werden und die Beteiligten wieder handlungsfähig sind.

 

Fotorechte © Archiv Villa Ingrid

Programm

12.00 Uhr Eintreffen und Mittagsimbiss
13.00 Uhr Begrüßung
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Univ.-Prof. Dr.-Ing. Matthias Sundermeier
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Dipl.-Ing. (FH) Udo Kielmann
13.15 Uhr Wenn Bauen vor Gericht landet: Empirische Befunde zu Nebenwirkungen von Bauprozessen
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Univ.-Prof. Dr.-Ing. Matthias Sundermeier
15.00 Uhr Kaffeepause/Netzwerken
15.30 Uhr Gestaltungsansätze für das Konfliktmanagement: wir gehen in den Dialog!
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Univ.-Prof. Dr.-Ing. Matthias Sundermeier
17.45 Uhr Resümee und Ausblick
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Dipl.-Ing. (FH) Udo Kielmann
19.00 Uhr Abendessen (Selbstzahler)

Wo wir den Abend genießen, wird noch bekanntgegeben.

24. April 2026 12:00 - 17:00
Villa Ingrid, Gutenbergstraße, Weimar, Deutschland
Gutenbergstraße 1, 99423 Weimar TH, Deutschland